By |Categories: Allgemein|Last Updated: 14. März 2025|

Eisbaden – Gesund oder Gefährlich?

In den letzten Jahren hat das Eisbaden als Trend immer mehr Anhänger gefunden. Ob im See, Fluss oder sogar in der Regentonne auf dem Balkon – kaltes Wasser scheint zu faszinieren. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn wir uns der eisigen Kälte aussetzen? Und welche gesundheitlichen Vorteile hat dieser Trend? Oder ist Eisbaden vielleicht gefährlich? In diesem Blogbeitrag geben wir euch einen Überblick über die Chancen und Risiken des Eisbaden.

Was passiert im Körper beim Eisbaden?

Eisbaden ist eine extreme Stresssituation für den Körper. Unser Organismus ist darauf ausgelegt, seine Körperkerntemperatur konstant zu halten. Wird der Körper mit kaltem Wasser konfrontiert, reagiert er schnell und intensiv. Besonders der Kreislauf wird stark beansprucht: Das Blut zieht sich in den Körperkern zurück, und die Haut wird stärker durchblutet. Diese erste Reaktion führt zu einem positiven Effekt: Die Haut wird besser durchblutet, und der Körper versucht, sich warm zu halten.

Zusätzlich schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin aus, die Wärme im Fettgewebe produzieren und die Muskeln aktivieren, um durch Zittern zusätzliche Wärme zu erzeugen. Dieser Prozess hilft, die Körpertemperatur zu stabilisieren.

Welche gesundheitlichen Vorteile hat Eisbaden?

Regelmäßiges Eisbaden hat tatsächlich viele gesundheitliche Vorteile. Ein wesentlicher Punkt ist das Training der Gefäßmuskulatur. Unsere Blutgefäße reagieren bei Kälte, indem sie sich zusammenziehen, was zu einer besseren Regulierung des Blutdrucks führt. Die Muskulatur und die Nerven, die dafür verantwortlich sind, werden durch das Eisbaden gestärkt.

Ein weiterer positiver Effekt sind die Stresshormone. Zunächst kann das Immunsystem durch die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin unterdrückt werden, ähnlich wie beim Sport. Doch dieser Effekt kehrt sich nach kurzer Zeit um und stärkt das Immunsystem, sodass der Körper besser mit Infektionen umgehen kann. Auch die Schleimhäute profitieren von der Kälte und können Krankheitserreger besser abwehren.

Wie kalt muss das Wasser sein?

Für positive Effekte muss das Wasser nicht unbedingt eiskalt sein. Eine Wassertemperatur von unter 20 Grad reicht aus, um die Körperkerntemperatur zu senken. Experten empfehlen eine Wassertemperatur von etwa 10 Grad oder kälter, damit man nicht zu lange im Wasser bleiben muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Wie lange sollte man im kalten Wasser bleiben?

Die Dauer des Eisbades hängt stark von der individuellen Verfassung ab, z. B. vom Fettgehalt des Körpers. Es gibt keine pauschale Empfehlung, wie lange man im Wasser bleiben sollte. Experten raten dazu, die Dauer schrittweise zu steigern und gegebenenfalls einen Arzt zu konsultieren, um die richtige Länge zu bestimmen.

Kann Eisbaden gefährlich sein?

Eisbaden kann tatsächlich gefährlich sein, insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn der Körper zu stark auskühlt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Ein drastischer Temperaturabfall kann dazu führen, dass der Kreislauf nicht mehr richtig funktioniert. Daher ist es wichtig, vor dem Eisbaden sicherzustellen, dass der eigene Körper den Stress durch die Kälte verkraften kann.

Auch das Ertrinkungsrisiko im kalten Wasser sollte nicht unterschätzt werden. Kaltes Wasser hat eine höhere Dichte, was es schwieriger macht, sich zu bewegen und im Notfall schnell aus dem Wasser zu kommen. Daher ist es ratsam, niemals allein zu baden und nur kurze Zeit im Wasser zu verbringen.

Wie fängt man mit dem Eisbaden an?

Wie beim Sport sollte man auch beim Eisbaden langsam anfangen. Der Körper muss sich erst an die Kälte gewöhnen, und das geht am besten, wenn man es schrittweise steigert. Je öfter man das kalte Wasser aufsucht, desto besser kann der Körper Kälte tolerieren. Dabei gilt: Je jünger und gesünder man ist, desto einfacher fällt die Anpassung an die Kälte. Ältere Menschen sollten mit der Gewöhnung an kaltes Wasser besonders behutsam beginnen.

Expertenmeinung: Was sagen die Fachleute?

Hanns-Christian Gunga, vom Zentrum für Weltraummedizin und Extreme Umwelten an der Berliner Charité, erklärt: „Eisbaden ist zunächst einmal eine ausgesprochene Stresssituation für den Körper.“ Der Körper wird intensiv beansprucht, um die Körperkerntemperatur zu stabilisieren. Zudem warnt Gunga vor den Risiken für Menschen mit gesundheitlichen Problemen, insbesondere im Kreislaufsystem.

Stefan Kwast, vom Helios Health Institute in Leipzig, betont, dass Eisbaden die Gefäßmuskulatur trainiert und das Immunsystem stärken kann, wenn es regelmäßig durchgeführt wird. Allerdings weist auch er darauf hin, dass Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorsichtig sein sollten. „Für den Körper ist es ein gutes Training, aber man muss es kontrolliert und mit Bedacht angehen“, so Kwast.

Fazit

Eisbaden kann durchaus gesundheitliche Vorteile bieten, wie eine Stärkung des Immunsystems und eine bessere Durchblutung. Doch es ist auch mit Risiken verbunden, vor allem bei Menschen mit gesundheitlichen Vorerkrankungen. Wer den Trend ausprobieren möchte, sollte sich gut informieren, langsam anfangen und auf die Signale des Körpers hören. Und vor allem: immer sicherstellen, dass man niemals allein badet und sich nicht überfordert.

Bleibt gesund und viel Spaß beim Eisbaden!
Lottusspa24

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